Die Schauplätze von Filmkulissen sind entweder sehr einsame Plätze oder mit bekannten Ereignissen verbunden. So wie im Nordwesten von Jütland die Festung Hanstholm und die sich anschließende Bunkeranlage in der Vigso Bucht. Beides gehörte einst zum großen „Atlantikwall“, den die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg zwischen der spanisch-französischen Grenze im Süden bis zur norwegisch-sowjetischen Grenze im Norden errichtete. Auf einer Strecke von etwa 5.000 km wurden Bunkeranlagen erbaut, um den alliierten Streitkräften zu trotzen. In der Gesamtheit ist der Atlantikwall eine der größten Verteidigungsanlagen die jemals gebaut wurden und kann mit der Chinesischen Mauer als Bauwerk verglichen werden.
Die Festung Hanstholm und die sich in Norwegen befindliche identische Festung Kristiansand hatten die Aufgabe die Einfahrt in den Skagerrak zu sperren sowie den im Bau befindlichen Hafen Hanstholm und den Fliegerhorst Aalborg vor Angriffen zu schützen. In der Festung Hanstholm wurden vier etwa 110 Tonnen schwere Geschütze mit einem Kaliber von 38 cm im Abstand von 250 m aufgestellt. Der Skagerrak hat zwischen den beiden Stellungen eine Breite von etwa 120 km. Mit den 495 und 800 kg schweren Granaten erzielte man eine Reichweite von je 55 km. Einen Korridor von 10 km den man mit den Granaten nicht erreichte, wurde mit Minen geschlossen. Zur Feuerleitung bediente man sich dreier Methoden, dem Radar, der Langbasispeilung mit Meldungen von 8 verschiedenen Stationen und der Sichtpeilung. Die Geschützstände innerhalb der Festung und der Munitionsbunker wurden mit einer kleinen Feldbahn verbunden. In der kann man heute Teile des Bunkersystems abfahren. Ein Besuch des Museums ist lohnend.
Die Festungsanlage von Hanstholm erst 1979 für Besucher geöffnet. Trotz anfänglicher Skepsis dieser Initiative, stellte sich heraus, dass diesem Teil der dänischen Geschichte ein anhaltendes Interesse entgegengebracht wurde. Diesem Umstand hat vielleicht der von der DEFA 1972 synchronisierte dänische Film „Die Olsenbande fährt nach Jütland“ bzw. die westdeutsche Kinofassung von 1973 „Die Olsenbande in Jütland“ beigetragen. Dieser Film festigte das Genre des charmanten Gaunertrios aus Dänemark. Auch wenn die Drehorte im Bunker nicht den originalen entsprochen haben, sondern in Kopenhagener Filmstudios gedreht wurden, hat dieser Film zweifellos diese Festungsanlage wieder in Erinnerung gerufen.