Reykjavik , die nördlichste Metropole Europas empfängt die Besucher eigentlich fast immer mit kühlem und nassem Wetter.....
Eine Redewendung behauptet sogar : Island ist das einzige Land ,wo die Regentropfen waagerecht statt senkrecht kommen..... Ursache : es ist fast immer stürmisch und sehr windig ........ nur manchmal nicht !
Denn wir hatten in diesem Jahr (Ende August ) echt viel Glück : 1 Woche Sonne pur und wolkenloser , blauer Himmel ( lt. Aussage der Einheimischen gibts das echt selten !) . Tja : wenn "Engel reisen "!
Ankunft ist ja für alle Urlauber mit Flieger erst mal der etwa 45 km von Reykjavik entfernt liegende sehr übersichtliche Flughafen Keflavik.
Mit dem FLY-BUS ( Tickets dazu gibts am Flughafen zu kaufen : Preis pro Person ca 12 Euro pro Strecke ) , der dazu auch noch jedes gewünschte Hotel auf der Strecke nach Reykjavik liegend anfährt, gehts auf einer auch des Nachts hell beleuchteten Autostrasse gen Zentrum :Fahrtzeit : ca 3/4 Std. bis ins Zentrum .
Wir waren im Hotel Hafnarfjördur(Foto links ) untergebracht, einem schmucken 3 Sterne -Hotel mit App. und kleiner Küche im Zimmer .
Das Hotel liegt direkt an der Zufahrtsstrasse Richtung Reykjavik im Vorort Hafnarfjürdur .Die Strassenlage stört überhaupt nicht!Hinweis : Der Besitzer spricht perfekt deutsch !
Das mit der Küche war ideal , da Frühstück zwar im Übernachtungspreis inkludiert ( kontinentales Frühstück ) aber man durch die kleine Küchenzeile die Möglichkeit hatte , sich am Abend selbst zu verpflegen.
Hinweis ; die Gaststättenpreise sind keineswegs "von schlechten Eltern" und haben es durchaus in sich !!!
Die Mietwagenstation ( wir hatten TUI-Cars/Europcar) ist direkt in Hotelnähe im Vorort Hafnarfjördur ; bzw. in Reykjavik im Stadtteil Skeifan .
Hafnarfjördur ist mit ca 25 Tsd.Einwohner die drittgrößte Stadt Islands...die Stadtgrenze zu Reykjavik ist allerdings "fliessend ineinander übergehend ".
Es lohnt , die Mietwagen bereits vorab in Deutschland über ein Reisebüro zu buchen.... direkt gebucht dort ist noch teurer !
Der vorabgebuchte Mietwagen wurde also von uns übernommen und bein Programm sollte man je nach Wetterlage immer erst entscheiden ,was man am Tag tut. Das "Grob-Besichtigungs - Programm " sollte jedoch schon vorher stehen !
Achtung , Island ist riesig und im Vergleich zu südlichen Ländern menschenleer und ohne viel Häuser und Ortschaften außerhalb des Großraums Reykjavik.
Hinweis : auch das Tankstellennetz ist dem angepasst ; man sollte also immer auf einen gefüllten Tank achten, wenn man sich weit von der "Zivilisation " entfernt !
Es kann passieren, dass schon mal kilometerweit auf einer schnurgeraden Strasse einem fast ne halbe Stunde( nicht auf der Ringstrasse ) überhaupt kein Auto entgegenkommt und Häuser /Ortschaft sieht man schon mal oft gar nicht!
Die wichtigste Verbindung neben der Strecke von Reykjavik zum Flughafen Keflavik ist die Ringstrasse Nr. 1, sozusagen die Hauptverkehrsader auf der Insel.
Diese Strasse Nr.1 führt sozusagen um die gesamte Insel herum.
Diese Strasse ist recht gut ausgebaut und asphaltiert , viele kleine abzweigenden Strassen sind aber auch nur Schotterpiste.
Wir hatten den Mietwagen 4 Tage und haben damit eigentlich lediglich den "Großraum um Reykjavik" und dessen Sehenswürdigkeiten mit dem Teilstück an der Südküste entlang bis Vik am ersten Miet-Tag uns vorgenommen.
Das gesamte Strassenetz ist sehr gut ausgeschildert ; aber trotzdem sollte man sich vorher seine geplante Route durchaus auf der Karte anschauen.
Schnell ist man nämlich an der vorab rausgesuchten Abzweigung zu einer sehenswerten Stelle vorbeigefahren, weil die Namen der Ortschaften / Hinweise so schnell gar nicht zu lesen sind...!
Manche Namen sind kaum auszusprechen, geschweige denn erst mal schnell zu lesen !
Für die Strecke von Hafnarfjördur (hier ist unser Hotel) bis Vik (Südküste) sollte man das als Ganztages-Ausflug einplanen.
Los gings jedenfalls vom Hotel Hafnarfjürdur bei 13 Grad früh gegen 8.30 Uhr ( wärmerwie 17 Grad wird es eh fast nie !) und Sonne pur und blauer Himmel : eigentlich ein Traumwetter für Island!
Wichtig : Jacke, Regenbekleidung und feste Schuhe auf keinem Fall vergessen, sollten immer dabei sein.
Auch wenn es noch so schön sein kann mit Sonne pur; das Wetter kann auf Island schnell umschlagen .
Auf der Strecke Richtung Vik gibt es viele Stoppmöglichkeiten, sich auch mal etwas anzuschauen .
Wir haben das getan, lediglich auf den Westmännerinseln , da waren wir nicht...leider( oder : zum Glück !) war grad die Fähre nicht da !
Beidseits der Ring- Strasse Nr.1 riesige Lava-Felder mit zum Teil Moos bewachsen ; hier und da "dampft es auch mal aus der Erde "und man sieht riesige Rohrleitungen.
Die Ringstrasse Nr 1 ist insgesamt inselumrundend ca 1900 km ab /an Reykjavik lang.
Die Strasse ist oft kilometerweit schnurgerade ; die erste "größere " Ortschaft mit ca 4500 Einwohnern nach Hafnarfjürdur erreicht man nach ca 40 Minuten Autofahrt : es ist Hveragerdi
Eigentlich durchfährt man die Stadt gradlinig ; wer will, der kann durchaus mal "abschwenken " ins Zentrum , denn hier ist sozusagen das Gartenbauzentrum von Island.
Es gibt jede Menge Gewächshäuser und auf einer Fläche von ca 18 Hektar wachsen so jede Menge Tomaten, Gurken , saftige Tropenfrüchte und auch Blumen....alles natürlich beheizt mit der Erdwärme , da ma sich hier im Hochtemperaturgebiet Hengill befindet.
Der gesamte Ort wird mit heißem Dampf versorgt und mit Infrarotlicht wird in den Gewächshäusern etwas nachgeholfen.....nicht wundern also , wenn hier auch tagsüber das Licht brennt in den Gewächshäusern.
Vorbei an Lavafeldern und kleinen ,einsam stehenden Häuschen oder einem " Ort", wo es oft nicht mehr als 8-10 Häuser gibt, sieht man dann bald in der Ferne meerseitig spitze Zacken im Wasser aufragen.Das sind die Wahrzeichen der Westmännerinseln.
Von der Ringstrasse 1 rechts abbiegend weist ein Schild zur Fähre hin; man kann allerdings auch per Kleinflugzeug auf die Hauptinsel Heimaey gelangen; es ist ein kleiner Flugplatz inmitten der Lavafelder vorhanden.
Es gibt insgesamt 15 Inseln, die zur Westmännerinselgruppe gehören ; bewohnt ist aber nur die Hauptinsel Heimaey. Etwa 4100 Einwohner gibt es ; alles im Ort ist zu Fuss erreichbar und es gibt kaum Strassen.
Wer es gerne windig mag, der ist hier gut aufgehoben - der Wind pfeift oft mit mehr als 9 Sturmstärken hinweg. Die Inseln gelten somit als die windreichste Region Europas.
Wer also die Absicht hat sich mit der Fähre hinüber setzen zu lassen, der bedenke ,ob einem das auch bekommt. Nicht für empfindliche Mägen gedacht .
Für uns hieß es also abbiegen zur Fährstation. Dort angekommen pfiff es ganz schön über die riesigen Steine der kleinen Hafeneinfahrt hinweg und die See war recht stürmig und hohe Wellen.
Die Fahrt hinüber mit der Fähre haben wir also gelassen..... was nützt das "Fischefüttern" wenn man dann schlohweiss drüben ankommt ; auch ,wenn die Fahrtzeit nicht mal ne halbe Stunde dauert.
Aber schön sehen kann man die hoch aufragenden Berg-Zacken , Vulkan- Gipfel und die Klippen.
Also haben wir nur geschaut und sind zur Ringstrasse zurück.
Es geht weiter entlang linksseitig mit hoch aufragenden Bergen ; Bäume und Wälder ..die gibt es kaum. Es sei denn, man hat etwas angepflanzt. Dafür gibt es aber jede Menge der niedlichen Islandpferde und Schafe, Schafe und nochmals Schafe!
Kleiner Hinweis : eine kulinarische isländische Köstlichkeit ist ja auch Schafskopf ( wir haben es aber nicht gegessen ) !
An den Felshängen schießen riesige Wasserfälle hinab, wo man einige davon auch recht nah besichtigen kann : z.B. kommt zuerst der Seljalandsfoss. Eine Regenjacke sollte man schon anziehen, zumal man hinter diesem Wasserfall sogar entlang spazieren kann. Achtung : es ist rutschig und glitschig -festes Schuhwerk ist ein Muß!
Es geht weiter auf der Ring-Strasse Nr.1 und rechts kommt dann das Informationszentrum Eyjafjallajökull.
Hier unbedingt stoppen und hineingehen !
War es doch der Vulkangletscher Eyjafjallajökull (1666 Meter hoch und auch im Sommer schneebedeckt ) der im April des Jahres 2010 den gesamten Flugverkehr Europas durcheinander wirbelte . Wir erinnern uns sicher noch alle daran, was im Flugverkehr damals für ein Durcheinander herrschte : Nichts ging mehr !
Es ist ( allerdings nur in englischer und isländischer Sprache ) anhand der Tafeln der gesamte Vulkan-Ausbruch dokumentiert; auch einen Film kann man sich im Informationszentrum anschauen ( allerdings zur Zeit auch nur in der Landessprache und in englisch !) .
Man sieht tolle Fotos , die damals gemacht wurden ..... und kann selbst ein Foto machen vom analogen Standort aus -aber ohne Vulkan -Asche-Wolke.
Noch heute liegen die herausgeworfenen Lavasteine in allen Größen teilweise auf den nahen Feldern rum ..... es grasen ja eh nur Pferde oder Schafe dort und die stören die Steine sicher nicht. Von der Asche ist nichts mehr zu sehen !
Vorbei geht es am riesigen , vor allem breiten Myrdalsjökull ( 1450Meter hoch ) , der immer mit Eis und Schnee auch im Sommer bedeckt ist . Hierhin werden Gletschertouren angeboten - haben wir nicht gemacht.
Den fast 25 Meter breiten und über 60 Meter hohen Skogafoss -Wasserfall haben wir auf dem Rückweg besucht...... erst mal wollten wir Vik erreichen; immerhin war Mittag schon lange vorbei.
Die Strasse bannt sich ihren Weg durch Lavafelder und kurz vor Vik gibt es den Hinweis : Dyrholaey.
Allerdings ist ab jetzt die abzweigende Strasse Nr.218 zu deutsch , sauschlecht und eigentlich nur noch Lava-Schotter.
Nach einer Fahrt auf Schotter erreicht man den südlichsten Punkt Islands mit schwarzem Sandstrand und dem Leuchtturm .
Das markanteste Zeichen hier ist allerdings der vom Meer ausgewaschene gewaltige Fels-Steinbogen . es ist ein "Werk der Wellen ". wir sind am Kap Dyrholaey ( deutsch : Türhügel-Kap).
? Hin direkt zum Felsen kommt man nicht und direkt an der Küste brüten hier viele Seevögel.
Wenn das Wetter umschlägt und Sturm kommt auf so ist es hier ganz schön windig.
Nachdem man die Schotterpiste wieder bis zur Ringstrasse zurück gefahren ist , so sind es bis Vik nur noch ein paar Kilometer.
In Vik selbst gibt es übrigens einer der schönsten Lava-Strände Europas : tiefschwarz - den Reynisfjara-Strand.Allerdings ist das Wasser ziemlich kalt : ca 8-10 Grad waren es sicher nur.
Jetzt geht es die Strecke zurück , ein Stopp in Skogar muss aber noch sein.
Man fährt einfach direkt auf den großen Wasserfall zu. Der Wasserfall Skogafoss ist ca 25 Meter breit und der Wasserstrahl geht ueber 60Meter in die Tiefe. Ihn speisen Schmelzwasser der beiden Gletscher Eyjafjallajökull und der Myrdalsjökull.
Etwas oberhalb des Wasserfalls gibt es noch einen Aussichtspunkt; hinauf führen Stufen.
Gleich rechts neben dem Wasserfall befindet sich noch das malerische Torfhaus Ensemble inklusive Museum . Es koster Eintritt , aber es lohnt sich durchaus, hier vorbei zuschauen .
???? Es ist ein kleines , wunderschönes Volkskunde-und Heimatmuseum , deren Gerätschaften, uralte Wohnungseinrichtungen, alte Boote und Wekzeuge von einem privaten Sammler zur Verfügung gestellt wurden.Das Museum ist täglich geöffnet.
Langsam müssen wir an die Rückfahrt denken - ein langer Weg bis Reykjavik liegt noch vor uns...zum Glück ist es ja bis kurz vor Mitternacht noch hell.