Wer Irland bereist kommt um den Besuch von CVlonmacnoise nicht herum. Südlich von Athlone, ein paar Kilometer abseits der Hauptroute Dublin - Galway, erstreckt sich die größte mittelalterliche Klostersiedlung ganz Irlans. Clonmacnoise bildet ein eindrucksvolles "Freilichtmuseum", dessen neun Kirchen, zwei Rundtürme und drei Hochkreuze neben vielen Grabkreuzen einen guten Überblick über Irlands Kunst geben.Clonmacnoise bedeutet "Wiese der Söhne von Nós" und wurde um 548 von St Ciarán, dem Sohn eines Handwerksmeisters gegründet. Auf einem Wallbergkamm liegend, thront Clonmacnoise über einem weitläufigen Moor, das dem Fluss Shannon das Flussbett bereitet.Clonmacnoise gehörte in seiner großen Zeit zu den unabhängigsten der Mönchsiedlungen des alten Irland. Während die meisten Klöster ihren Abt unter den Mitgliedern der Stifterfamilien zu wählen pflegten, hat Clonmacnoise seinen Abt stets nach ihren persönlichen Eigenschaften bestimmt, ohne Rücksicht auf Herkunft oder sozialen Status zu nehmen.In seiner Blütezeit war Clonmacnoise so zentral gelegen, dass es auch als Grabstätte für viele Könige diente. Ceràn konnte leider die Früchte seiner Arbeit nur sieben Monate genießen, denn er starb noch im selben Jahr. Im 16. Jahrhundert verwüsteten englische Truppen das Kloster, das sich davon nie wieder erholte. Dieser heute wieder ungewöhnlich ruhige Ort zieht immer noch zahlreiche Gläubige an. Beim Betreten des Geländes vom Parkplatz her wird man von vielen, teils mit Ogham-Schrift bedeckten Stewinen bemerken. Irlands Stein- oder Hochkreuze, die übrigens nie Grabkreuze waren, sondern Gedenksteine, die Orte des Gebets kennzeichneten. Die ältetsten dieser Steinkreuze unterscheiden sich kaum von den Steinpfeilern der Heidenzeit. In die Vorderfläche wurde nur zusätzlich ein Kreuz, oftmals auch in einem Ring - das Symbol der Ewigkeit - gefasst. Seit einigen Jahren befinden sich auch die Originale der drei Kreuze im Besucherzentrum, damit sie vor Witterungseinflüssen geschützt sind.Die alte Klosteranlage wird von einem tausend Jahre alten Rundturm (Rourke Tower) beherrscht. Er wurde nach einem Brand zweihundert Jahre später neu errichtet. In dem massigen, kegelförmigen Turm fand seinerzeit die ganze Gemeinde Platz. Nach einem Blitzschlag im 12. Jh. wurde er zum Teil wieder hergestellt. Die verbliebenen 20 Meter wirken immer noch majestätisch. Ihm fehlt seine konische Bedachung.Es empfiehlt sich, gleich beim Lösen der Eintrittskarte nach den Zeiten der deutschen Einführungsveranstaltung im Kinoraum zu fragen. Hier bekommt man eine sehr gute Einführung mittels einer Multi-Media-Show. Erfahrungsgemäß herrscht im Sommer ein größerer Andrang, da besonders Reisegruppen unterwegs sind. Für Reisegruppen ist es ratsam, sich schon vorab telefonisch oder per Internet Karten und Termine für die Einführung zu sichern. Es ist auch möglich, einen Tourist Guide für die Führung durch die Klosteranlage zu mieten.