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27.05.2012

Reisetipp in Belgien

Reiseland: Belgien
Region:
Ort:
Rubrik: Allgemeine Hinweise
erstellt am: 05.07.10
bereits gelesen: 317 mal
Weiterempfehlung: ja

Autor

ralle11
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Reisetipp Belgien: Diamanten- und Rubensstadt

„Ich renne von einer Kirche in die andere, von Rubens zu van Dyck, diese Stadt ist der reinste Wahnsinn“, soll Victor Hugo im August 1837 ausgerufen haben, als er Antwerpen zum ersten Mal besuchte.

Diamantenstadt und Rubensstadt sind Beinamen der multikulturellen Hafenstadt an der Schelde mit ihren über 100 katholischen Kirchen, 22 jüdischen Gebetshäusern und 2774 Kneipen und Cafés. Kein Zweifel: Antwerpen, das ist die Perle an der Schelde, das ist die reichste und vielleicht imposanteste Stadt Belgiens.

Antwerpen, nicht ganz so alt wie Europas Geschichte, ist die größte Stadt Flanderns - der nördliche
Teil Belgiens. Über die Entstehung des Namens Antwerpen gibt es viele
Anekdoten. Der Legende nach lebte einst der Riese Druon Antigoon hier an den Ufern der Schelde und verlangte von allen Schiffern, die hier vorbeikommen hohen Zoll und wenn einer mal nicht zahlen konnte oder wollte, hackte der Riese - der Sage nach - ihm eine Hand ab und warf diese in den Fluss. Eines Tages kam ein Römischer Legionär namens Silvius Brabo, ein echter Held, der besiegte den Riesen und schlug dessen Hand (und zur Sicherheit den Kopf) ab und warf sie in den Fluss und dieses Werfen der Hand "Handwerpen" soll, so sagt man, der Stadt ihren Namen gegeben haben.

Später glaubte man sogar das Skelett des Riesen bei Grabungen gefunden zu haben und hat es im Museum ausgestellt, bis jemand feststellte, dass es von einem Wal stammte. Letztlich musste man die mehr weltliche Namensdefinition "annwerp" akzeptieren, was so viel bedeutet wie angeschwemmtes Land oder Sandbank, aber dies hinderte die Antwerpener nicht, Brabo mit einer großen Bronzestatue, die auf dem Grote Markt direkt vor dem Rathaus steht, zu
ehren.
Die "Antwerpen Hand" ist heute das Gütezeichen für "Made in Antwerp" und kleine Hände aus Schokolade gibt es in jedem Pralinengeschäft zu kaufen.

Antwerpen ist mit seinen ca. 500.000 Einwohnern eine überschaubare, sehr menschliche Stadt, aber das, was in der Stadt steckt kann sich wirklich sehen lassen, 1000 Jahre Architektur- und über 500 Jahre Kunst- und Musikgeschichte haben ein einmaliges Kulturerbe hinterlassen, dessen Fülle die Besucher der Stadt fast überwältigt und sie ständig neue Eindrücke gewinnen lässt.

Der Umstand, dass Antwerpen zu Flandern gehört - jenem winzigen Stückchen Erde - auf dem man die meisten viersprachigen Menschen findet. Die Muttersprache hier ist Flämisch, denn die Antwerpener sind Flamen und Französisch, dann sind sie auch Belgier - aber der größte Teil der Leute spricht darüber hinaus auch noch Deutsch und Englisch. Dies macht Antwerpen und seine Bewohner zu liebenswerten, gastfreundlichen und weltoffenen Gastgebern. Diese Mehrsprachigkeit macht die Antwerpener zu idealen Fremdenführern - Auskunft in der eigenen Sprache zu erhalten ist hier kein Problem.

Das Antwerpener „Zuid“ ist das Mekka der flämischen Kulturwelt geworden. Genau wie das in Amsterdam geschehen ist, wirkte die spezielle Atmosphäre dieser Gegend auf Künstler wie ein Magnet. Viele Schriftsteller, Dichter und Schauspieler wohnten oder wohnen in einem Umkreis von einem Kilometer um das "Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen".

Aber auch was Leib & Seele zusammenhält ist hier sehr reichlich vorhanden. Feinschmecker finden hier genauso ihre raffinierten Genusstempel wie trinkfreudige Lebensgenießer ihre Lokale und Kneipen oder Ruhesuchende ihre urgemütliche Atmosphäre. Unzählige Restaurants, Kneipen u. Cafés bieten alles was Herz und Gaumen begehren. Da es keine Sperrstunde gibt, schlägt dem glücklichen Genießer hier auch keine Stunde. Antwerpen hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Modezentrum entwickelt und braucht den Vergleich mit Paris, Mailand oder New York nicht zu scheuen. Es gibt heute mehr als 1200 Modemacher in der Stadt.

Antwerpen ist eine Stadt zum Bummeln, Entspannen und auch zum Grübeln.