Mitten im Vansee , ca 45 km von der Stadt Van entfernt liegt eine kleine Insel - die Insel A k d a m a r .
Sie ist vom kleinen Ort Gevas mit einer Mini - Fähre zu erreichen .
Man fährt zuerst ein wenig um die Insel herum ; vorbei an hoch aufragenden Felsen ( von vielen Möwen umschwirrt) so erreicht man den kleinen Inselhafen.
Bewohnt ist die Insel heutzutage selbst nicht.Mit der letzten Fähre am Abend fahren auch die wenigen Händler mit, die dort zum Teil Getränke anbieten oder andere verkaufen wolen. Viel Händler gibts eh nicht !
Besonders an den Wochenenden kommen auch viele kurdische Familien hierher um hier vom Ufer der Insel aus zu baden- wir waren an einem Wochentag hier und somit eigentlich die einzigen Besucher...die Fähre fährt nur, wenn man angemeldet ist ; wenn Leute an der Abfahrtstelle stehen... feste Zeiten zur Überfahrt gibt es wochentags eigentlich nicht.
Die Hauptattraktion auf der Insel ist die K i r c h e z u m He i l i g e n K r e u z , eine armenische Kirche- richtig gut erhalten !
Im 4.Jahrhundert wurde die Insel rundum befestigt durch eine armenische Herscherfamilie aus dem Geschlecht der Rschtuni - der Name Akdamar leitet sich ab von der Sage nach einer armenischen Königstochter " Tamar" ab ( kenne die Sage allerdings nicht ) . Heute sagt man auch oft "Klosterinsel" .
Die Kirche selbst ist der letzte Rest einer Stadt auf dieser Insel mit Kloster und Palastanlagen( war gebaut worden von 915- 921 ) . Das Kloster selbst wurde dann 1915 zerstört, die Kirche geplündert und viele der katholischen Mönche ermordet. Ein trauriges Kapitel jedenfalls !Die Kirche zerfiel immer mehr ; die Palastanlagen waren zerstört worden.
Erst im Jahre 2005 beschloss die türkische Regierung die komplette Restaurierung dieses uralten historischen Bauwerkes- viele Jahre war die Insel und die Kirche nur Baustelle; auch bei unserem Besuch : rund um die Kirche war alles abgesperrt und wir konnten eigentlich nur vom Zaun aus Fotos machen .Ein Betreten der Kirche selbst war nicht möglich .
Lediglich in einem Teil des die Kirche umgebenden Gartens konnten wir umgelaufen.
Im Garten findet man noch heute vielfältige Zeugnisse uralter Kultur; der urartischen nämlich . Es gibt noch viele Stelen ( das sind Grabsteine) mit Inschriften aus dieser Zeit : z.B. eine Stele mit einer Inschrift des urartischen Königs Menua , der von 810 - 785 v.Chr. lebte.
Fuer "Steine-Liebhaber "( ich bin einer !) absolut interessant , hier durch alle die Gräberreihen zu gehen und so der Geschichte auf der Spur.
Jedenfalls wurde nach umfangreichen Bauarbeiten dann im Jahre 2007 die mittelalterliche Kirche wiedereröffnet als Kulturdenkmal( finanziert durch den türkischen Staat) ; allerdings o h n e christliches Kreuz .
Dann hat es nochmal 3 Jahre gedauert, eh die türkische Regierung endlich die Erlaubnis erteilte, einen christlichen Gottesdienst durchführen zu lassen..... im September 2010 war es dann endlich soweit und nach 100 Jahren durfte zum ersten Mal wieder solch ein Gotteldienst hier auf der Insel Akdamar in der neu rekonstruierten armenischen Kirche abgehalten werden. Unzählige Gläubige aus aller Welt kamen und bevölkerten die kleine Insel .
Auch ein neues , 2 m hohes Kreuz wurde dann im Oktober 2010 oben auf die Kirche gesetzt.
Mal sehen , irgendwann werd ich mir das nochmal anschauen, wie es jetzt eben fertig alles aussieht und eben nicht als Baustelle.