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27.05.2012

Reisetipp Landesinnere in Türkei

Reiseland: Türkei
Region: Landesinnere
Ort: Kars
Rubrik: Sehenswertes
erstellt am: 20.03.11
bereits gelesen: 798 mal
Weiterempfehlung: ja

Autor

GLOBUS
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Kars - vergessene Stadt ganz weit im Osten der Türkei an der Grenze zu Armenien

Nur wenige Touristen kennen die Stadt K a r s , wenn man sie danach fragt; nur Schulterzucken erhält man .

Ich selbst hatte die Gelegenheit, die Stadt im Rahmen einer 14 tägigen Türkei-Anatolien-Rundreise kurz kennen zu lernen- sie liegt weit in Ost -Anatolien ; bis zur Grenze nach Armenien ist es nur ein Katzensprung.
Nur wenige Touristen treibt es hierher und es kommt durchaus vor, dass man , wenn man die Strassen entlang spaziert mal angesprochen wird, woher man kommt und wieso man ausgerechnet hier ist . Ist uns mehrmals passiert - vor allem von Jugendlichen in englisch. Deutsch spricht man hier eher selten.
Die Leute waren sehr freundlich , wie eigentlich überall im "Hinterland von den Touristen-Hochburgen " und so gut ist unser türkisch schon mal gar nicht, um lange Gespräche mit Einheimischen zu führen...und kurdisch , das sprechen wir schon überhaupt nicht.
Also blieb uns oft : Hände und Füße und Zeichen gebrauchen, wenn wir was wissen wollten und zum Glück hatten wir uns eine Stadtkarte( war zwr nur in türkisch/Kurdisch....aber die Gebaude und Strassen waren drauf ) organisiert und so konnten wir unseren kleinen Stadtrundgang am Hotel beginnen....
Hinweis : viele Hotels gibt es eh nicht - die Auswahl ist minimal_ die Hotels sind keinerlei Luxushotels , wie man sie bsp.weise von der Türkischen Riviera gewöhnt ist; sie sind absolut einfach eingerichtet aber sauber.
Kars , eigentlich eine fast vergessene Stadt ( sie ist sogar Provinz-Hauptstadt ) nahe zur Grenze zu Armenien liegt auf einer Höhe von 1800Metern ü.M. - die Grenze zu Armenien ist nur ca 45 km entfernt.
Bis vor ein paar Jahren da durfte man hier in diese Region eigentlich überhaupt nicht hin : alles war türkisches Sperrgebiet !
Immerhin hat die Stadt sogar fast 80 Tausend Einwohner, aber so richtig pulsierendes Leben, das haben wir leider auch nicht erlebt, eher verschlafen wars.
Man könnte eher sagen : Kars "liegt am A..... der Welt ".
Vor den Cafes sitzen , wie fast überall in Anatolien fast nur Männer und trinken Tee - ab und zu sieht man auch mal einen paar Frauen.

Überall in der Stadt( auch besonders am Stadrand ) sieht man kleine Hügel aufragen - in heißen Sommer trocknet man hier überall Dung, der dann in den bitterkalten Wintermonaten ( es kann bis minus 35 Grad und kälter schon mal sein ) als Heizmaterial verwendet wird.
Wälder mit Holz , die gibt es in und um Kars nämlich nicht mehr - nur freies Land mit einer Art Steppe und kleinen Sträuchern.
Also hat man sich andere Möglichkeiten zum Beheizen der Wohnungen im Winter gesucht, denn Schafherden , Ziegen und Pferde ..die gibt es hier genug und sie weiden überall an den Strassenrändern.
Der Winter ist hier lang und fast ein halbes Jahr liegt der Ort unter einer dicken Schneedecke - wir waren im Juni hier und es war heiß, so richtig heiß , dass wir uns es gar nicht vorstellen konnten, dass im Winter hier bis minus 35 Grad Temperaturen herrschen.
Noch ist die Grenze zum nahen Armenien geschlossen ; trotzdem keimt ein wenig Hoffnung in den Köpfen der Bevölkerung auf , dass diese mal in absehbarer Zeit wieder geöffnet wird und man so dann wieder Anschluß an die moderne Welt erhält.
Aufgefallen ist mir beim Spaziergang durch die Stadt ,dass es irgendwie so "russisch " überall aussieht...es gibt ne Menge Denkmäler, die Häuser sehen von außen auch so aus , als waeren sie nach russischer Bauart gebaut worden.
Auch eine Festung (Kars Kalesi ) , diese steht mitten in der Stadt , die gibt es hier auch . Die Zitadelle stammt bereits aus dem Jahre 1152 , wurde dann mehrmals zerstört und so , wie sie heute dasteht, wurde sie im Jahre 1855 gebaut.
Direkt davor gibt es noch eine alte armenische Kirche.
Und wer noch mehr armenische Bauten sehen will, der sollte ins ca 40 km nordöstlich gelegene ANI fahren.
Ani ist jedoch heutzutage eine" Geisterstadt ", eine wahre Fundgrube aber für alle kultur - und "steine " -interessierten Leute.
Hinweis :
Hier in den Reisetipps gibt es bereits einen Artikel von mir über Ani , die einstmals blühende Stadt und alte armenische Hauptstadt in einer "verlassenen Region der Türkei ".

Ein paar wenige kleine Hotels gibt es , wie von mir schon erwähnt, in Kars auch , wobei es aber sicher sinnvoller ist , Kars im Rahmen einer Rundreise zu besuchen , so wie wir es gemacht haben.
Ein paar wenige Spezialveranstalter bieten dies an - setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Ganz in der Nähe der Stadt gibt es sogar ein recht großes , allerdings auch bisher sehr unbekanntes , Skigebiet : Sarikamis.
Sollte es wirklich mal zu einer Grenzöffnung zu Armenien kommen , so erhofft man sich vorallem hier einen wirtschaftlichen und damit auch verbundenen touristischen Aufschwung. Warten wir es also ab .
Am Schluss gleich noch ein Literatur-Tipp fuer aller Schmöckerer :
Der Schriftsteller O r h a n P a m u k hat in seinem bekanntesten Werk " S c h n e e " eine ganze Menge über diese vergessene Region in der Türkei geschrieben . Einfach mal lesen!

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