Mein Experten-Tipp
Sicher einer der Höhepunkte einer Irlandreise und die Stadt ist stolz auf einen der berühmtesten Herrensitze Irlands. Es ist eines der letzten Herrenhäuser, das noch in Privatbesitz ist. Seine Lage hoch über der Bantry Bucht ist traumhaft, die Gärten mit ihren Skulpturen und den blühenden Terrassen sind ebenfalls sehr schön und von hoch droben bietet auch das Herrenhaus ein reizvollen Anblick. Aus der Nähe betrachtet allerdings wirken die Mauern eher schäbig. Der ursprünglich lange schmale Ziegelbau mit drei Etagen wurde um 1740 von der Familie Hutchinson errichtet. Im 18. Jh. wurde das Hauptgebäude um zwei Flügel ergänzt. 1845 ließ Richard White, zweiter Graf von Bantry, die Anlage verändern und die Gärten nach italienischem Muster gestalten. Er benötigte viel Platz für die vielen Kunstschätze, die er auf seinen vielen Reisen erworben hatte, darunter Mosaiken aus Pompeji, französische und flämische Gobelins, Kronleuchter aus Waterford und altenglische Möbel. In Bantry House kann man überall herumgehen. An die Sterilität so mancher Schlossmuseen gewöhnt, ist es ein eindrucksvolles Erlebnis, mit einer Erklärungstafel ausgestattet einfach herumspazieren zu dürfen.
Im Armada Exhibition Centre beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem missglückten französischen Angriff.
Im Jahre 1689 sandte Ludwig der XIV. dem englischen Herrscher Jakob II. eine französische Flotte zur Unterstützung in der Schlacht gegen Wilhelm von Oranien in der Bantry Bay. 1796 traf wieder eine Flotte ein, diesmal mit den Rebellen Hoche und Wolfe Tone an Bord. Die französischen Mannen kamen zur Verstärkung der ?United Irishmen? beim Aufstand gegen die Engländer. Leider mündeten die Unternehmen in ein Desaster, da die französische Armada durch eine Sturm auseinander gerissen und in alle Richtungen verstreut wurde. Nur 15 von 45 Booten konnten sich retten. Die überlebenden Franzosen weigerten sich beharrlich, ohne den verletzten General Hoche den Fuß auf irischen Boden zu setzen und zogen nach einigen Tagen des Wartens unverrichteter Dinge wieder ab.
Das Wrack der Fregatte Surveillante wurde in den Jahren um 1980 geborgen.
Kurz hinter Bantry steht an der Straße ein rostiger Anker der französischen Flotte: als historisches Denkmal und originelle Wirtshausreklame zugleich. Eine Tafel informiert über die historischen Zusammenhänge und darunter steht: ?Nicht ganz so historisch, aber für alle die am Verdursten sind genau so interessant, ist die "Anchor Bar", die dieses Schild aufstellen ließ.
Bis vor dem Weltkrieg war die Bantry Bay ein britischer Marinestützpunkt. Später machte sich Gulf Oil den natürlichen Tiefseehafen zunutze und errichtete auf Whiddy Island einen Ölbunker. Da das Öllager aber immer seltener angelaufen wird hoffen die Bewohner von Bantry, dass die Öltanks eines Tages ganz verschwinden.
Parken kann man sein Auto entweder direkt vor dem Bantry House oder aber unten am Hafen von Bantry und geht entlang der Promenade hoch zum Bantry House.
Der Ort selbst scheint sich mit seinen viktoriansichen Häusern seit dem 19. Jh. kaum verändert zu haben. Früher wurden an jedem ersten Freitag eines Monats auf dem Markt Vieh und Pferde verkauft, heute allerlei Gegenstände des täglichen Bedarfs - von Socken bis Werkzeug.