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06.02.2012

Reisetipp in Irland

Reiseland: Irland
Region:
Ort:
Rubrik: Sehenswertes
erstellt am: 04.07.10
bereits gelesen: 193 mal
Weiterempfehlung: ja

Autor

ralle11
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REISEN INTERNATIONAL - Ambientereisen Gargulla
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Nur wenige Kilometer westlich von Cork liegt das sagenumwobene, 1446 auf einem Felsen über dem Fluss Martin entstandene Blarney Castle, das jedem Irlandtouristen, zumindest jedem amerikanischen, ein Begriff ist. Und jeder will dort gewesen sein. Sie ist das berühmteste Bauwerk in der Umgebung Corks. Wahrscheinlich stand an dieser Stelle vorher eine Normannenfestung. Die Anhänger Cromwells eroberten Blarney Castle, obwohl es als uneinnehmbar galt. Die Ruine ist sehenswert, weil man in allen Räumen, genauer was davon übrig ist, herumklettern kann und einen sehr guten Eindruck von der Raumaufteilung dieser Burg erhält. Tafeln erläutern, um welche Räume es sich handelt. Besonders schön ist auch der englische Garten rund um die Ruine.

Nicht nur die romantische Schönheit des Ortes trägt zur Anziehungskraft der Burg bei: Seit dem Ende des 18. Jh. kommt man vor allem hier her, um den berühmten Stein von Blarney zu küssen, der in 30 m Höhe aus den Mauern der Burg ragt. Wer ihn küsst, erlangt der Sage nach die Gabe überzeugender Beredsamkeit, die ein französischer Konsul einmal leicht abfällig ?das Privileg, sieben Jahre lang ungestraft Lügengeschichten erzählen zu dürfen? genannt hat. Iren und Touristen gleichermaßen machen regen Gebrauch. Man wartet also in der Schlange, um sich dann rücklings Kopf voraus an den Stein heranzurobben und ihn mit den Lippen berühren zu können. Dabei vergisst man tunlichst für einen Moment den tödlichen Abgrund, der sich unten auftut.

Der Ursprung dieser Praxis bleibt geheimnisvoll: Eine Legende nach soll der König von Munster eine alte Hexe vor dem Ertrinken gerettet haben; sie versprach, das Küssen des Steins werde ihn so beredt machen, dass sich fortan alle Untertanen seinem Willen beugen würden. Vielleicht hängt auch die folgende Geschichte damit zusammen:

Als Dermot MacCarthy, Lord of Blarney im 16. Jh. den Eid auf die englische Krone leisten sollte, verstand er es meisterhaft, Elisabeth I. durch eloquente Ausreden immer wieder zu vertrösten, bis der Queen schließlich ihr königlicher Kragen platzte und sie die schmeichlerischen Ausreden durchschaute und wutentbrannt schnaubte: ?Alles das ist nichts als Blarney?. Seither gehört der Begriff zur englischen Umgangssprache und bedeutet so viel wie ?nichts als leeres Gerede?.

Die Herkunft des Steines: Cormac MacCarthy, König von Munster, hatte Robert Bruce unterstützt; zum Dank erhielt er die Hälfte des Steins von Scone, der nun unter dem Namen ?Stein von Blarney? bekannt ist. Man vermutet in ihm den biblischen ?Stein Jakobs?, den der Prophet Jeremias nach Irland mitgebracht haben soll, doch es ist wahrscheinlicher, dass er mit den Kreuzfahrern auf die grüne Insel gelangte.

Entsprechend dem Touristenandrang befinden sich genügend Parkplätze zu Füßen der Burg und in der Nähe des Einkaufszentrums. Hier kann man eine Kleinigkeit essen oder aber irländische Produkte, wie Woll-Pullover, Käse, Schinken etc. erstehen. Am meisten angenommen werden aber wohl die Toiletten.

Im Umkreis des Einkaufszentrums befinden sich schöne alte Häuser, Pubs und Einzelhandelsgeschäfte. Wenn man den gesamten Touristen-Rummel ignoriert, auf jeden Fall ein lohnenswertes Ziel.